Cooldino

Wo ist meine Muse?

Es ist ein interessantes Phänomen, dass die meisten Menschen überzeugt davon sind, mit Leichtigkeit einen guten Text schreiben zu können. Fragt man nach, wie weit sie mit diesem oder jenem Text gekommen sind, kommt oft die Antwort "ich warte auf eine gute Eingebung".

 

Auf Eingebungen warten - oder auf die berühmte Muse - ist aber nicht der richtige Weg, einen Text zu schreiben. Kreativität, die ein Text erfordert, ist das Ergebnis produktiver Arbeit. Wer schreiben will, muss - schreiben. Nur im Schreibprozess selbst entwickelt sich Kreativität.


Oft genug macht sich der künftige Autor keine Gedanken darüber, was er wie mitteilen will. Das jedoch ist essentiell wichtig. Für wen schreibe ich?

 

Wenn klar ist, wer meinen Text lesen soll - Sportler, Autofahrer, Gartenfreunde, Eltern oder vielleicht der "Geschichtenleser" - dann kann ich denjenigen, also den "Leser", auch ansprechen. Der Prozess geht dann weiter. Schreibe ich einen provokanten Artikel für eine Zeitschrift?

Einen biografischen Text, der Menschen ansprechen soll, die ähnliche Erfahrungen machen oder gemacht haben wie der Autor? Oder soll es ein Text sein, der Fachwissen erfordert?

Und dann der Text selbst: es kann eine Glosse sein, ein Kommentar oder ein Erfahrungsbericht. Sind diese drei ersten Fragen klar, entwickelt sich auch die erforderliche Kreativität. Und dann beginnt der Spaß am Texte schreiben.