Jugendliche in NRW in der Warteschleife
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- 26.03.2008
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Spricht man Schulabgänger auf das Thema Ausbildungsplatz an, werden viele der jungen Menschen nur mit den Augen rollen können.
In NRW scheint dieses Thema ein besonders brennendes zu sein. So gehen viele Bewerber für einen Ausbildungsplatz nun schon in die zweite Runde: Sie stehen noch immer auf einer Warteliste und bewerben sich Jahr für Jahr aufs Neue.
Da kommt man kaum umhin, sich zu fragen, ob es hier den Jugendlichen gelingt, ihren Wunschberuf zu erlernen. Scheint es nicht eher ein Hineinpressen in eine Rolle zu sein, die sich der Jugendliche aufgrund des mangelnden Angebots nicht mehr aussuchen kann?
So wird derjenige, der sich vor drei Jahren entschlossen hat, Bäcker zu werden, aufgrund der extrem langen Wartezeit gezwungen, sich z.B. für die Ausbildung als Schreiner zu entscheiden. Dass dieser Beruf nur bedingt mit Freuden ausgeführt wird, ist verständlich. So wird sich derjenige, dem das passiert, sicherlich nicht mit Ruhm während der Ausbildung bekleckern – und anschließend ist fraglich, ob er in diesem Beruf bleiben möchte. Schließlich ist es keine Berufung, sondern ein Job.
Eine weitere Zwangsalternative für Jugendliche in NRW stellt die Schule dar. Der Schüler, der keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, wird als Beschäftigungsmaßnahme weiter zur Schule gehen. Hatte er vielleicht vorher einen guten Zweierschnitt, wird dieser nun aufgrund mangelnden Engagements zum Viererschnitt abrutschen. Betrachtet man die Lage des Schülers, ist dies gut nachvollziehbar. Woher sollte dieser Schüler die Motivation nehmen, sich hier noch anzustrengen? Hat er doch mit dem Zweierschnitt schon keine Ausbildung erhalten.
Traurig aber wahr: Jugendliche in NRW sind beruflich nicht gesichert. Stellenangebote für Ausbildungsplätze sind und bleiben absolute Mangelware, die nur mit Vitamin B und einem Fünkchen Glück ergriffen werden können.
Nils Müffler






