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Deutscher Rap - Die Zielgruppen Deutscher Rapper


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Im Jahr 1996 steckte  Musikrichtung Deutscher HipHop noch in den Kinderschuhen: Es gab nur eine einzige Zielgruppe für die deutschen Rapkünstler und das waren schlicht und einfach die Hörer und Fans von deutschem HipHop. Heute scheint es so, dass durch das Überangebot an Interpreten in der Szene, eine extreme Konkurrenzsituation entstanden ist. Zwar hat die das Interesse an dem Genre und damit auch die Masse der kaufwilligenden Fanbase in den letzten 10 Jahren enorm zugenommen. Doch überproportional dazu wuchs auch die Zahl der Rapper, die einen Teil vom Kuchen ab haben wollen.

 Deutscher Rap leidet mittlerweile unter einem Überangabot, deswegen gilt es, dass Deutsche Rapper sich von der Masse abheben müssen. Jeder versucht sich ein eigenes Image aufzubauen um damit eine ganz bestimmte Hörerschaft anzusprechen. Man hat mittlerweile den Eindruck, es geht den meißten "Musikern" nicht mehr um die Musik, sondern nur noch um die Festigung ihres Images und die damit verbundene Sicherung der Zielgruppe.

Der  "Rüpelrappers" mit harten Punchlines und ordinären Reimen hat sich  aus finanzieller Hinsicht am erfolgreichste herausgestellt. Das liegt unter anderem daran, dass die Hörer von deutschem Rap zu einem sehr großen Teil aus Teenagern oder postpubertären Jungs besteht. Diese scheinen Gewalt, Sex und Beleidigungen auf harten und dunklen Beats hören zu wollen. Die Zielgruppe teilen sich unter anderen Rapper wie Bushido, Fler, Sido oder Massiv. Es mag ein Zufall sein, dass diese alle in Berlin beheimatet sind. Doch scheint  besonders in Großstädten wie Berlin eine sozialschwache und gewaltliebende Käuferschicht zu befinden. Leider scheinen diese  vermeintlichen Rapfans nicht  zu durchschauen, dass dieses Image wahrscheinlich nicht einmal zu 10 % der Realität entspricht.

Eine andere Konsumentenschicht bevorzugt eher den, ich nenn ihn mal "Gute-Laune-Rap". Den Hörern dieser Kategorie geht es nicht unbedingt um intellektuelle Inhalte oder spitzfindige gutdurchdachte Reime, sondern eher um stimmungsvolle Beats und heitere Texte. Die Konsumenten des "Gute-Laune-Raps" lassen sich keiner genauen Altersgruppe oder sozialen Schicht zuordnen. Künstler die ich mit dieser Art von Rap in Verbindung bringe sind zum Beispiel Sammy Deluxe, Jan Delay, Dendemann oder Fettes Brot. Der Unterschied zum so genannten Gangsterrap ist, dass die Interpreten sich kein besonderes Image aufbauen müssen, außer vielleicht besonders cool und lässig zu wirken. Doch die Bindung an die Käufer erfolgt dabei mehr durch den Hit-Charakter der Melodien bzw. Beats und die individuelle Rapkunst der Musiker.