Cooldino

60er Jahre Mode

Die Sechziger waren eine wilde, rasend schnelle, von Jugendlichkeit und Silber, Rausch und Farbe, Pop Art und Hippiebewegung durchwirbelte Zeit. Bob Dylan sang sich mit "Blowing in the Wind" in die Herzen der Menschen, die Mondlandung fand statt und die Pille kam auf den Markt, die den Frauen eine ganz neu empfundene Unabhängigkeit ermöglichte, die sich dann auch bunt und sexy auslebte. Kein Wunder also, dass sich gerade die 60er Jahre Mode an diese Ausgelassenheit anpasste.


"Man denkt silbern!" wurde ganz allgemein verkündet, Betsey Johnson entwarf Kostüme wie Kunstwerke, Mary Quant führte in England den Minirock ein, der in der "Vogue" präsentiert und bald schon der letzte Schrei auf dem Modemarkt war. Der androgyne Look von Twiggy oder Edie Sedgwick, der Muse von Andy Warhol, setzte sich nahezu explosiv durch. Nicht Kurven, sondern ganz schlanke Körpermasse waren gefragt, die Jugend, Rausch und Freiheit verkörpern sollten.
Die 60er Jahre Mode zeichnet sich durch blumige Muster, silberne Stoffe, abstrakte Gebilde aus, tausendfach kopiert, industriell produziert und von nun an für alle von der Stange zu kaufen. Die Kurzhaarfrisur boomte, was durch lange, über die Schulter hängende Ohrringe ausgeglichen wurde. Der Zeitstil der Sechziger bestand hauptsächlich aus breiten Gürteln, sehr knappen Kleidungsstücken, die viel Bein sehen ließen, futuristischen Mützen und sogar Helmen, steifen Kappen aus Vinyl mit integriertem Sonnenschutzschild, wie sie z. B. der Designer Edward Mann kreierte, aus riesigen Sonnenbrillen, gestreiften Oberteilen oder Kettenhemdmotiven, gestreiften Anzügen oder Regenmänteln, Kleidung mit viel Fell versehen, für die Hippies im Swinging London, Papier- und Plastikkleidern, Hosenanzügen aus Federboas, hohen Stiefeln und klobigen Plateau-Schuhen. All das ermöglichte ein ganz neues Selbstbewusstsein.


Die Augen wurden sehr dunkel geschminkt, mit unechten, langen Wimpern versehen, wobei manchmal sogar Blumemotive und Blütenblätter statt Wimpern verwendet wurden. Die Lippen wurden ganz im Sinne des Weltraumzeitalters silbern und weiß geschminkt.


Die Mode suchte einen Weg zu gehen, den zuvor noch kein Modedesigner zu gehen wagte. Der sogenannte Op-Art-Stil erfreute sich großer Beliebtheit, wobei gestreifte oder karierte Kleidungsstücke vor eben solch einer Fläche präsentiert wurden, die dann schwingende Bewegung als optische Täuschung bewirkten, ganz als Verschmelzung von Kunst, Popkultur, Musik und Mode.

Die 60er Jahre Mode bot also unglaublich viel Kreativität und Vielfalt, dass es kein Wunder ist, dass sie als Revival immer wieder in Teilvarianten zurückkehrt.