Trends kommen und gehen- die Schürze bleibt.
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- 09.08.2010
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Dass die Mode schnelllebig ist, weiß jeder. Dass manche Kleidungsstücke sich langfristig behaupten können, ist durch Herrenanzug, Jeans und T-Shirt hinreichend belegt. Voraussetzung ist, dass sie nicht nur rein funktional sind, wie esvielfach bei der Berufsbekleidung zu beobachten ist, sondern sich bis zu einem gewissen Grad auch aktuell vorherrschenden Trends anpassen können. Dann gibt es darüber hinaus aber noch Textilprodukte, die ausnahmslos und unangefochten über den Dingen stehen: Die Schürze zählt dazu.
Ursprünglich war die Schürze eine reine Arbeitskleidung, jeder konnte eine Bauersfrau an dieser typischen Arbeitskleidung sofort erkennen. Annette Klug veröffentliche 1998 eine interessante Untersuchung über die regionalen Kleiderordnungen im Emsland im 19. Jahrhundert („Kleidung im Lingener Land 1815 – 1914“, Waxmann 1998). Auch hier wird die Schürze mehrfach erwähnt. Ein eigenes Kapitel über Berufskleidung bzw. Schutzkleidung verdeutlicht, woher der Name „Schürze“ stammt. Die Schürze schützt die Kleidung vor Schmutz und Abrieb (Seite 167). Gerade wenn die Menschen ohnehin nur sehr wenige Kleidungsstücke besaßen, zahlte sich eine Schürze doppelt aus. Heute schützen sich nicht nur Menschen in der Landwirtschaft mit Schürzen, sondern auch Hobbyköche vor Tomatenflecken oder Gärtner vor Blumenerde. Jeder kennt das reichliche Repertoire an Schürzen in der Gastronomie. Speziell in der Küche gehören sie einfach zur regulären Berufskleidung, der Service ist da nicht ganz so streng. Interessant ist, dass heutige Arbeitsschürzen oft noch aus dem gleichen Material bestehen, wie ihre Vorläufer im 19. Jahrhundert. Festes Tuch, so Klug auf Seite 150, war gefragt. Ein fester Leinenstoff wurde damals auch schon mal als „Schürzenstoff“ beworben. Aber der Name der Schürze beruht nicht allein auf ihrer Schutzfunktion, sondern auch auf ihrer Handhabung. Man kann einen Stoff schürzen, dann wird er verflochten, ineinander geschlungen oder verknotet. Möglich, dass irgendwann in der Vergangenheit ein festes Stück Leinentuch von einer klugen Bauersfrau so geschickt verflochten wurde, dass es ihren Rock wirksam schützte.
Autor: Sigrid Wostbrock
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