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Unternehmen zur Inventur verpflichtet

Einmal im Jahr müssen die Unternehmen in der Bundesrepublik Deutschland ihre Bestände zählen, messen und wiegen und anschließend diese Warenbestände im firmeneigenen Warenwirtschaftsprogramm erfassen. Dieses Vorgehen wird als Inventur bezeichnet. Im Gegensatz dazu ist das Inventar der tatsächlich vorrätige Warenbestand. Die Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, die aufgenommenen Warenbestände als Lagerwert, also als Vermögen, in ihre Jahresbilanz aufzunehmen. Die Jahresbilanz wird in der Regel einmal im Jahr erstellt, deshalb ist auch die körperliche Bestandsaufnahme des Inventars, die Inventur, einmal im Jahr durchzuführen. Diese Prozedur muss entweder am Ende eines Kalenderjahres oder aber am Ende eines Geschäftsjahres erfolgen. Bei Bedarf können Unternehmen auch Zwischeninventuren ausführen, zum Beispiel wenn ein neues Warenwirtschaftssystem eingeführt werden soll oder wenn die im Computer erfassten Bestände sehr stark von den tatsächlichen Beständen im Lager abweichen. Dann ist es sinnvoll, eine weitere Inventur unter dem Jahr durchzuführen.

 

 

Formen von Inventuren

 

Wie oben bereits erwähnt, ist eine Inventur grundsätzlich zu einem bestimmten Stichtag durchzuführen, die so genannte Stichtagsinventur. Eine weitere mögliche Form der Bestandsaufnahme ist die laufende beziehungsweise die permanente Inventur, bei der die Bestände nicht zu einem bestimmten Stichtag erfasst werden, sondern durchgehend während des gesamten Geschäftsjahres. Die verlegte Inventur darf nach dem Gesetz dann erfolgen, wenn der Betrieb aus bestimmten Gründen nicht in der Lage ist, zu dem Stichtag am Ende des Geschäftsjahres oder Kalenderjahres eine körperliche Bestandsaufnahme durchzuführen. Jedoch muss sie dann spätestens zwei Monate nach dem Bilanzstichtag oder drei Monate davor erfolgen.

 

Durchführung von Inventuren in Unternehmen

 

Im Rahmen einer betrieblichen Inventur werden die Lagerbestände von den Mitarbeitern gezählt, gemessen oder gewogen. Hierbei kommt es auf die jeweiligen Produkte des Unternehmens an. Anschließend werden diese tatsächlichen Bestände in das EDV-System eingetragen und mittels eines Soll-Ist-Vergleichs mit den im Computer geführten Beständen auf Differenzen verglichen. Der sich daraus ergebende Lagerwert muss in der Jahresbilanz als Umlaufvermögen aufgenommen werden. In der Regel wird bei der Durchführung einer Inventur annähernd der gesamte Mitarbeiterstamm eingespannt. Diese werden in mehrere Teams aufgeteilt. Bei großen Betrieben mit einem hohen Lagerbestand gibt es Gruppen, die für das Zählen beziehungsweise Messen und Wiegen zuständig sind. Andere Gruppen sind anschließend dafür zuständig, diese Bestände im Computer zu erfassen.

 

Hilfreiche Klebepunkte in verschiedenen Farben

 

Um Missverständnisse während der Inventur zu vermeiden, helfen bunte Klebepunkte, die nach dem Zählen und der Bestandsaufnahme an das Regal geklebt werden können. So sieht man auf einen Blick, welche Bestände bereits erfasst wurden und welche nicht.