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Telemedizin – Entwicklungen in Deutschland

Telemedizinische Dienstleistungen finden in Deutschland immer mehr Einbindung in die medizinische Regelversorgung. Bisher gibt es, laut eines Artikels der Ärztezeitung, 188 telemedizinische Projekte in Deutschland. Diese Projekte haben hauptsächlich die Gesunderhaltung und Heilung von Patienten im Visier und sind derzeit darauf abgezielt, die Telemedizin in der Praxis zu erproben und den Patienten näher zu bringen. Daher sind sie häufig eng mit Forschungzentren an Universitätskliniken verbunden, welche Projektergebnisse in die Weiterentwicklung der telemedizinischen Dienstleistungen einfließen lassen.

 

Bei der Telemedizin handelt es sich um eine Überbrückung der räumlichen Distanz zwischen Mitarbeitern von Gesundheitsberufen (z.B. Arzt und Facharzt) oder Arzt und Patient mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien. Dies wurde besonders in großflächigen Ländern wie Norwegen gefördert, die eine gewisse Anzahl von Einwohner in entlegenen Gebieten hat. In den Gebieten, wo eine flächendeckende medizinische Versorgung gewährleistet ist, wird die Telemedizin hauptsächlich dazu verwendet, um Patienten unnötige Arztbesuche zu ersparen und Notfällen durch apparative Beobachtung vorzubeugen. Derzeit umfasst die Telemedizin Dienstleistungen wie: Telemonitoring, Telediagnostik, Telechirugie, Teledermatologie, Teletherapie, Teleradiologie, Telekardiologie, Teleneurologie, Teleoperation, Telemetrie, Telepathologie und Telepsychiatrie. Inbegriffen sind zudem medizinische Call-Center, Telekonsulationen, Online-Informationsdienste für Patienten und Videokonferenzen zwischen Mitarbeitern von Gesundheitsberufen.

 

Verschiedenen Online-Nachrichtendienste haben über die verschiedenen Entwicklungen der Telemedizin im deutschen Raum berichtet. Die Main Post kündigte vor wenigen Tagen die Eröffnung eines Zentrums für Telemedizin in Bayern an, welche für November 2011 vorgesehen ist. Dieses Telemedizinzentrum soll zunächst in dem Bad Kissinger Rhön-Saale-Gründerzentrum eröffnet werden und regionale telemedizinische Ansätze bündeln. Eine derartig weite Vernetzung von Hausärzten, Fachärzten, Kliniken, Forschungseinrichtungen und Medizintechnikunternehmen, so die Main Post, sei derzeit in Deutschland noch nicht vorhanden.

Die Ärztezeitung berichtet von der siebten Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft in Rostock, auf welcher der nachweisliche Nutzen von Telemedizin unter anderem unter die Lupe genommen wurde. Der Nutzen dieser Technik wurde anhand der Begleitung von Patienten mit Herzinsuffizienzen verdeutlicht. Es wurde aufgezeigt, wie bei einer Betreuung von ca. 150.000 Herzinsuffizienz-Patienten 150 Millionen Euro jährlichen eingespart werden können, weil mit Hilfe von Telemedizin erneute Einweisungen ins Krankenhaus vermieden werden können. Trotz dieser Zahlen wurde betont, dass Telemedizin nur als eine Ergänzung zur ärztlichen Präsenz gesehen werden kann.

Ein weiterer Artikel der Ärztezeitung beschreibt wie die Telemedizin Stroke Units (Schlaganfall-Stationen) in ländliche Regionen bringen kann. In diesem Zusammenhang hat das sogenannte TASC, welches ein telemedizinisches Schlaganfall-Netzwerk in Sachsen-Anhalt ist, über eine bisherige Projektzeit von zwei Jahren Erfahrungen gesammelt. Innerhalb dieses Projektes haben bereits 166 Patienten davon profitiert, dass die Schlaganfall-Spezialisten des Universitätsklinikums Magdeburg mithilfe der Telemedizin mit sechs Satellitenkliniken in den ländlichen Regionen Zerbst, Burg, Stendal, Aschersleben, Halberstadt und Gardelegen verbunden wurden. Patientendaten können hierbei in Echtzeit vom behandelnden Arzt in der Region zum Schlaganfall-Spezialisten übertragen und die Behandlung per Videokonferenz durchgesprochen werden.

 

Aufgrund der demographischen Veränderungen wird die Telemedizin hauptsächlich als zusätzliches Mittel gesehen, um die Herausforderung, die damit einhergehen, zu bewältigen.