Vier-Personen-Haushalt mit Strom-Preissteigerungen von bis zu 500 Euro bedroht
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- 31.01.2012
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Wie auf Silvester Neujahr folgt, so ist auch dies ein jährlich wiederkehrende Ritual: Beiträge aller Art wie Versicherungsprämien, öffentliche Gebühren wie auch die Kosten für Strom und Gas steigen. So wurden wir Verbraucher erneut mit der Meldung schockiert, dass die Gas- und Stromversorger erneut an der Preisschraube drehen. Neben rund 80 Gasanbieter sind auch über 100 Stromversorger in der Bundesrepublik ihrer Preispolitik treu geblieben und haben zum Jahreswechsel die Preise erhöht. Für Gas werden bis zu 6 Prozent, für Strom rund 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr mehr verlangt. Es bleibt abzuwarten, dass auch die Anbieter, die bis dato ihre Preise nicht nach oben korrigiert haben, diese nun nach oben korrigieren werden.
Die Ausgaben für Gas und Strom werden weiter steigen, auch wenn einige Branchenriesen zumindest bis zum Ende der Heizperiode feste Preise zusagen. Der Trend ist eindeutig, die Energiekosten zeigen einen stetigen Aufwärtstrend. Auch wenn der Aufwärtstrend aufgrund der Finanzkrise im Jahr 2008 kurzzeitig unterbrochen wurde, ist die Preiskurve nach oben unverkennbar. Während der Finanzkrise war vor allem Gas in großen Mengen verfügbar, da viele Unternehmen ihre Produktion drosselten. araufhin senkten einige Unternehmen durchaus spürbar die Preise, während andere Anbieter von Strom und Gas die geringeren Bezugspreise nicht an ihre Kunden weitergaben.
Durch die gestiegene Nachfrage aus Ländern wie Indien und vor allem China, deren Energiebedarf scheinbar wieder unbegrenzt steigt, läßt den Bezug an den Energiemärkten und somit die Preise unaufhaltsam ansteigen. Nicht nur die Verknappung der Rohstoffe lassen die Preise ansteigen. Die Umlage für erneuerbare Energien und die Kosten der Energiewende sorgen in der Bundesrepublik für weiter steigende Preise bei Strom und Gas. Experten gehen davon aus, dass der Trend zu steigenden Preise sich sogar noch verschärft. Man spricht bis zum Jahr 2020 von einem Preisanstieg von fast 60 Prozent. Dies würde - bezogen auf einen Vier-Personen-Haushalt - einen Preisanstieg von über 500 Euro pro Jahr bedeuten.
Einer Studie der Unternehmensberatung A.T. Kerney zur Folge soll dem Gasmarkt rasante Preissteigerungen bevorstehen. Die Unternehmensberatung spricht von steigenden Gaspreisen von bis zu 40 Prozent. Aufgrund der weltweiten Überkapazitäten soll dann allerdings eine kurzfristige Erholung des Gaspreises folgen, doch die Preise sinken auf keinen Fall auf die Preise von heute oder gar tiefer.
Verbraucherschützer und sogar die Bundesnetzagentur empfehlen den privaten wie geschäftlichen Konsumenten immer wieder einen Wechsel des Strom und Gas-Anbieters. Den Anbieter zu wechseln - diesen Schritt gehen gerade die Privatkunden viel zu selten. Rund 43 Prozent aller privaten Verbraucher war der Behörde zufolge im Jahr 2010 noch im Grundversorgertarif, der in der Regel der teuerste Tarif der Versorger ist. Ein Wechsel in einen besseren Tarif des lokalen Versorgers haben rund 41 Prozent der privaten Haushalte vorgenommen. Lediglich 15 Prozent der Haushalte hat zu einem günstigen Anbieter von Strom und Gas gewechselt, stellte die Bundesnetzagentur fest. Damit wird verständlich, warum nicht nur die Branchenriesen ihre Preise beliebig erhöhen können. Durch die geringe Wechselzahl ist die Anzahl der Kunden und somit die Einnahmequelle gesichert.
Warum gerade private Verbraucher nicht zahlreich zu einem günstigen Versorger wechseln, also die Gründe, sind bekannt, wenn auch nicht unbedingt begründet. Konkurs des Versorgers und somit die Angst ohne Strom oder Gas Wintertage verbingen zu müssen, ist der meistgenannte Grund. Auch Verträge, die undruchschaubar sind, werden häufig genannt. Gerade die letztgenannten Punkte sind dank Preisvergleichsrechner im Internet keine Hürde mehr. Dort werden die Angebote der einzelnen Anbieter übersichtlich angezeigt. Kündigung und alle Formalitäten des Wechsels übernehmen meist die neuen Anbieter aus Gründen des Services. Über mehrere hundert Euro Ersparnis pro Bezugsjahr kann sich der Kunde freuen. Dem gegenüber stehen nur wenige Eingaben im Preisrechner.
Rainer Hoppe






